Archiv für November 2009

Pressemitteilung: Neonazis stören Gedenken an Reichspogromnacht – Scherbenspur in der Brückstrasse

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung des Bündnis Dortmund gegen Rechts:

Neonazis stören Gedenken an Reichspogromnacht – Scherbenspur in der Brückstrasse

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts (BDgR) hat anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht mit einer Kultur-Aktion am Samstag Nachmittag den Opfern faschistischer Gewalt gedacht.

Dabei wurden Dortmunder Zeitzeugenberichte vorgelesen, welche die organisierten Verbrechen der Nazis am 9. November 1938 beschrieben, als in ganz Deutschland unzählige Übergriffe, Plünderungen und Morde gegen die jüdische Bevölkerung verübt wurden.

Die Aktion wurde durch die Installation einer Spur aus Spiegelscherben auf schwarzer Stoffbahn untermalt, als Symbol für die zerschlagenen Fensterscheiben, die damals die Straßen säumten. In den Pausen zwischen den Wortbeiträgen unterhielten Künstler die Anwesenden mit Klezmermusik.

Zuvor allerdings machten etwa zwei Dutzend bekannter Dortmunder Neonazis deutlich, wie aktuell und notwendig das Gedenken und Erinnern auch heute noch ist: sie versuchten die Veranstaltung durch das Verteilen von Flugblättern zu provozieren, in denen sie unverhohlen den Nationalsozialismus verherrlichten.

Die Polizei hatte die rechte Szene offenbar nicht auf dem Plan und schien gänzlich unvorbereitet. Sie traf erst nach mehreren Anrufen eine Viertelstunde später ein.
Ein Unding, beschwerte sich eine ältere Teilnehmerin der Gedenkveranstaltung, „ist die Polizei nicht Willens oder nicht in der Lage, solche Umtriebe zu verhindern? Hier sind die geistigen Enkel der Verbrecher von damals am Werk!“.

Erst nachdem die Polizei Platzverweise gegen die Rechten ausgesprochen hatte, begann das BDgR mit der eigentlichen Gedenkveranstaltung. Im Anschluss daran wurde in der Schauburg eine Sonderaufführung des beeindruckenden Films „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gezeigt.

Bündnis Dortmund gegen Rechts
Dortmund, 08.11.2009

Resolution der Aktionskonferenz „Dresden Calling“

Das Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“ unterstützt den Aufruf, den Großaufmarsch der Neonazis am 13. Februar 2010 in Dresden zu verhindern und dokumentiert hier die Resolution der Aktionskonferenz des bundesweiten Bündnisses „NoPasaran!“, die Anfang November in der sächsischen Landeshauptstadt stattfand:

Resolution der Aktionskonferenz des bundesweiten Bündnisses NoPasaran!
„Dresden Calling! Aktiv werden gegen den Neonazi-Aufmarsch im Februar 2010“

Nach zwei Tagen intensiver Debatte mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus unabhängigen Gruppen, Verbänden, Gewerkschaften, Parteien, Organisationen, lokalen Initiativen und Einzelpersonen aus Dresden und dem gesamten Bundesgebiet erklären wir:
Wir sind entschlossen, den Neonazi-Aufmarsch am 13.2.2010 zu verhindern. Wir wollen das in gemeinsamen Aktionen erreichen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihren geschichtsrevisionistischen Thesen entgegen stellen. Wir werden den Neonazis zeigen, dass wir sie weder in Dresden noch anderswo dulden.
Um den Neonazi-Aufmarsch zu verhindern, setzen wir auf das Mittel der Massenblockaden, an denen jeder und jede teilnehmen kann. Egal wo wir herkommen – geografisch, politisch und sozial: Blockieren ist unser Recht!
Wir rufen dazu auf, jetzt einen Rahmen zu schaffen, um gemeinsam alle dafür notwendigen Aktionen zu planen und zu koordinieren.
Wir sind bereit!

Dresden, 7. November 2009