Archiv für Januar 2010

Polizei geht gegen Dresden stellt sich quer!“vor

Das „Bündnis Dortmund stellt sich quer!“ verurteilt die Razzien gegen das Berliner Antifa-Ladenlokal „Red Stuff“ und die sächsische Landesgeschäftsstelle der Linkspartei, die am Dienstag von Beamten des Landeskriminalamtes in Berlin und Dresden durchgeführt wurden, aufs Schärfste. In Berlin wurden sämtliche Mobilisierungsmaterialien beschlagnahmt, die zu den Protesten gegen den größten europäischen Naziaufmarsch aufrufen. Begründet wird dies im Durchsuchungsbeschluss damit, dass das Aufrufen zu zivilem Ungehorsam und Blockaden ein öffentlicher Aufruf zu Straftaten sei.
Das bundesweite Bündnis “Dresden Nazifrei!”, das zu den Blockaden aufruft, wird von über 300 Organisationen und Gruppen – darunter „Dortmund stellt sich quer!“ sowie über 1100 Einzelpersonen unterstützt. Es ist für uns unerträglich, dass sich Polizei und Justiz de facto zum Handlanger der Nazis machen und gegen Antifaschisten vorgehen. Wir werden nun erst recht nach Dresden mobilisieren, um den Nazis am 13. Februar eine empfindliche Niederlage zu bereiten! No Pasaran!

Bündnis Dortmund stellt sich quer!

Wir dokumentieren an dieser Stelle ein Grußwort von Heinrich Fink, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, dass bei einer Solidaritätsdemonstration von mehreren hundert Antigfaschisten am Dienstag in Berlin verlesen wurde:

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebe Anwesende,

ich bin zutiefst empört über die Razzien der Polizei, die heute in Dresden und Berlin durchgeführt wurden. Den Betroffenen gehört meine volle Solidarität!

Es ist unerträglich, dass die deutsche Polizei ausgerechnet gegen diejenigen vorgeht, die zu Protesten gegen den größten Naziaufmarsch der Bundesrepublik am 13. Februar in Dresden aufrufen. Auch ich unterstütze die geplanten Proteste. Genauso wie viele alte Antifaschistinnen und Antifaschisten, die sich in Dresden – übrigens komme was wolle – an den Massenblockaden beteiligen werden.

Die Verantwortlichen für die Razzien samt ihrer Polizei sollten vor Scham im Boden versinken. Sie haben heute ein Bündnis von Nazigegnern kriminalisiert, dass von Autonomen Antifas über Gerwerkschaften bis hin zur SPD reicht. Lasst mich deutlich sagen: Die Nazis werden wissen, was sie an ihrer Polizei haben.

Sie sollten sich jedoch gewiss sein: Aller Repression und allen Kriminalisierungsversuchen seitens Justiz, Polizei und Politik zum Trotz, werden wir überall dort auf der Straße stehen und sitzen, wo Neofaschisten aufmarschieren wollen. Die Blockade von Naziaufmärschen ist nicht nur unser Recht, sondern unsere Pflicht!

Setzen wir unsere so dringend notwendige antifaschistische Arbeit in diesem Sinne fort!

No Pasaran! Sie werden nicht durchkommen!

No pasaran! Mobi Video

Herzlichen Glückwunsch!

Wir beglückwünschen das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“, dass in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Das Bündnis lädt am 29. Januar unter dem Motto „per la vita“ zu einem Konzert mit Esther Bejarano, ihren Kindern Edna und Joram und den Rappern von „Mikrophone Mafia“ ins Dortmunder Wichernhaus ein.

„per la vita“, für das Leben, gegen Krieg und alte und neue Nazis engagiert sich Esther Bejarano seit sie die Hölle von Auschwitz durchlitten hat. Nach einer glücklichen Kindheit erfuhr sie, was es heißt, Jüdin im faschistischen Deutschland zu sein: Mit 18 Jahren wurde sie nach Auschwitz deportiert, fast ihre gesamte Familie wurde von den Nazis ermordet.

Esther Bejaranos große Musikalität rettete ihr das Leben. Sie wurde in das „Mädchenorchester Auschwitz“ aufgenommen, das die ankommenden Transporte musikalisch in Empfang nehmen musste, um so die Deportierten in Sicherheit zu wiegen. So schrecklich und zynisch diese Aufgabe war, befreite sie Esther von Schwerstarbeit, die den sicheren Tod bedeutet hätte.
Nach der Befreiung 1945 ging sie nach Palästina, 1960 kam sie in die Bundesrepublik Deutschland und lebt seither in Hamburg.

Die ausgebildete Sängerin, die vor kurzem ihren 85. Geburtstag feiern konnte, steht bis heute auf der Bühne, tritt aber auch als engagierte Rednerin gegen Rassismus und Antisemitismus auf.
Die Hamburger Ehrenbürgerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees wurde sowohl mit der Carl v. Ossietzky Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Das Zusammenspiel der Bejaranos mit den Rappern von „Microphone Mafia“, die als Jugendliche mit „Migrationshintergrund“ in einem Kölner Arbeiterstadtteil aufwuchsen und früh mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit konfrontiert wurden, ist ein ungewöhnliches, musikalisches Projekt: Tradition trifft auf Moderne, jiddische Lieder auf harten Rapp, die Jüdin auf den Moslem.
In den Texten widerspiegeln sich Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart und machen nachdenklich und betroffen. Unüberhörbar aber ist der Optimismus, das Ja zum Leben, das die Musiker eint.

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts versteht das Konzert als seinen Beitrag zum Gedenken an den 27. Januar, an dem Auschwitz 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Und es erinnert ebenfalls an den 30. Januar 1933, der mit der Machtübertragung an Hitler Auschwitz erst möglich machte. Auch wir werden gemeinsam mit dem Bündnis gegen rechts feiern!

„Dortmund stellt sich quer!“

„per la vita“, am 29. 1. 2010 im Wichernhaus, Stollenstraße 36, Einlass: 19 Uhr, Eintritt frei, um Spenden für die Arbeit des Bündnisses wird gebeten.

Naziaufmarsch in Dresden verhindern!

Erneut droht der sächsischen Metropole Dresden am 13. Februar ein neonazistischer Großaufmarsch. Bundesweit mobilisieren antifaschistische Gruppen zu Massenblockaden nach Dresden, die vom Bündnis „No Pasaran!“ organisiert werden. Auch „Dortmund stellt sich quer!“ ruft dazu auf, den Aufmarsch der Nazis zu verhindern und sich an den Protesten zu beteiligen!

Nähere Informationen zu den am 13. Februar geplanten Aktionen erhaltet Ihr unter http://www.dresden-nazifrei.de und http://www.no-pasaran.mobi

Infoveranstaltung zu Protesten gegen Naziaufmarsch in Dresden

Ansonsten nehmt an der Informationsveranstaltung am 18. Januar 2010, um 19 Uhr im ZAKK (Fichtenstraße 40, Düsseldorf – Flingern) teil. Dort erhaltet Ihr genauere Informationen sowie Bustickets zur Fahrt nach Dresden. Diese kosten 15 Euro bzw. 25 Euro für Normalverdienende.

„Dortmund stellt sich quer!“ ruft zur Teilnahme an Liebknecht / Luxemburg – Wochenende in Berlin auf!

Gemeinsam mit vielen antifaschistischen und antikapitalistischen und internationalistischen Gruppen aus der gesamten Bundesrepublik und auch dem europäischen Ausland, rufen wir zur Teilnahme an den verschiedenen Aktionen anläßlich der Ehrung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin auf.

Am Samstag, den 9. Januar (ab 10 Uhr), werden viele unserer Mitglieder und Sympathisanten an der traditionellen Rosa-Luxemburg-Konferenz ( http://www.rosa-luxemburg-konferenz.de ) der Tageszeitung junge Welt
(www.jungewelt.de) teilnehmen, die unter anderem von der „Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin“ (ARAB) und der „Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) unterstützt wird. Die internationale Konferenz, die seit 1996 in Berlin veranstaltet wird, findet im

URANIA-HAUS, An der Urania 17, 10787 Berlin, statt.

Am Sonntag, den 10. Januar nehmen wir an der „LL-Demo“ teil, die um 10 Uhr vom U-Bhf. „Frankfurter Tor“ zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde zieht.

Im Aufruf zur diesjährigen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration heißt es:

„Über den vor 95 Jahren vom deutschen Imperialismus entfesselten I. Weltkrieg, den zu kreditieren Karl Liebknecht sich am 02.Dezember 1914 als einziger Reichstagsabgeordneter verweigerte, schrieb Rosa Luxemburg 1916 in der „Juniusbroschüre“: „Der Krieg ist ein methodisches, organisiertes, riesenhaftes Morden. Zum systematischen Morden muss aber bei normal veranlagten Menschen erst der entsprechende Rausch erzeugt werden. Dies ist seit jeher die wohlbegründete Methode der Kriegsführenden. Der Bestialität der Praxis muss die Bestialität der Gedanken und der Gesinnung entsprechen, diese muss jene vorbereiten und begleiten“. Luxemburg sprach von Hetzblättern, „die Berg und Tal zusammenbringen, Krieg mit ´Humanität´, Morden mit Bruderliebe, Bewilligung von Mitteln zum Kriege mit sozialistischer Völkerverbrüderung vermählen wollen.“ (Der komplette Aufruf ist unter www.ll-demo.de nachzulesen)
Dem ist vor dem Hindergrund der Agression der bundesdeutschen Angriffskrieger unter anderem in Afghanistan auch aktuell nichts hinzuzufügen. Im Gedenken an Luxemburg und Liebknecht rufen wir daher zu einer entschlossenen Demonstration gegen Krieg und Faschismus auf!

Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“