Herzlichen Glückwunsch!

Wir beglückwünschen das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“, dass in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Das Bündnis lädt am 29. Januar unter dem Motto „per la vita“ zu einem Konzert mit Esther Bejarano, ihren Kindern Edna und Joram und den Rappern von „Mikrophone Mafia“ ins Dortmunder Wichernhaus ein.

„per la vita“, für das Leben, gegen Krieg und alte und neue Nazis engagiert sich Esther Bejarano seit sie die Hölle von Auschwitz durchlitten hat. Nach einer glücklichen Kindheit erfuhr sie, was es heißt, Jüdin im faschistischen Deutschland zu sein: Mit 18 Jahren wurde sie nach Auschwitz deportiert, fast ihre gesamte Familie wurde von den Nazis ermordet.

Esther Bejaranos große Musikalität rettete ihr das Leben. Sie wurde in das „Mädchenorchester Auschwitz“ aufgenommen, das die ankommenden Transporte musikalisch in Empfang nehmen musste, um so die Deportierten in Sicherheit zu wiegen. So schrecklich und zynisch diese Aufgabe war, befreite sie Esther von Schwerstarbeit, die den sicheren Tod bedeutet hätte.
Nach der Befreiung 1945 ging sie nach Palästina, 1960 kam sie in die Bundesrepublik Deutschland und lebt seither in Hamburg.

Die ausgebildete Sängerin, die vor kurzem ihren 85. Geburtstag feiern konnte, steht bis heute auf der Bühne, tritt aber auch als engagierte Rednerin gegen Rassismus und Antisemitismus auf.
Die Hamburger Ehrenbürgerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees wurde sowohl mit der Carl v. Ossietzky Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Das Zusammenspiel der Bejaranos mit den Rappern von „Microphone Mafia“, die als Jugendliche mit „Migrationshintergrund“ in einem Kölner Arbeiterstadtteil aufwuchsen und früh mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit konfrontiert wurden, ist ein ungewöhnliches, musikalisches Projekt: Tradition trifft auf Moderne, jiddische Lieder auf harten Rapp, die Jüdin auf den Moslem.
In den Texten widerspiegeln sich Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart und machen nachdenklich und betroffen. Unüberhörbar aber ist der Optimismus, das Ja zum Leben, das die Musiker eint.

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts versteht das Konzert als seinen Beitrag zum Gedenken an den 27. Januar, an dem Auschwitz 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Und es erinnert ebenfalls an den 30. Januar 1933, der mit der Machtübertragung an Hitler Auschwitz erst möglich machte. Auch wir werden gemeinsam mit dem Bündnis gegen rechts feiern!

„Dortmund stellt sich quer!“

„per la vita“, am 29. 1. 2010 im Wichernhaus, Stollenstraße 36, Einlass: 19 Uhr, Eintritt frei, um Spenden für die Arbeit des Bündnisses wird gebeten.





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