Do: Nazi-Farbanschlag auf Denkmal

Anschlag in Dortmund von Nazis auf Denkmal für KommunistenIn der Nacht vom 11. auf den 12. August 2011 haben Nazis das Denkmal für die „Märzgefallenen“ auf dem Nordfriedhof in Dortmund-Eving beschmiert. Mit Hakenkreuzen und viel roter Farbe verunreinigten sie dieses Denkmal, welches an 12 Arbeiter aus Dortmund erinnert, die in der Märzrevolution 1920 im Kampf gegen die Konterrevolution gefallen sind. Diese pietätlose Tat reiht sich ein in eine Reihe von Übergriffen seitens der Nazis in den letzten Wochen.

Hintergründe zu diesem Denkmal:

Am 13. März 1920 rückte die Marinebrigade Erhardt in Berlin ein und besetzte das Regierungsviertel. Eine Militärdiktatur sollte errichtet werden. Die Konterrevolution wurde auch an anderen Orten aktiv, so im Ruhrgebiet. Mit dem Putsch gegen die junge bürgerliche Demokratie sollte die überkommene alte Ordnung wieder hergestellt werden, die Errungenschaften der Novemberrevolution sollten beseitigt werden. Die Putschisten erklärten die Reichsregierung für abgesetzt und die Nationalversammlung für aufgelöst. Gegen die Arbeiterklasse gingen sie mit brutaler Gewalt vor. Gegen diesen Putsch und Terror entwickelten sich massive Gegenkräfte, SPD, USPD, KPD und ADGB riefen zum Generalstreik auf. Die Arbeiter bewaffneten sich, im Ruhrgebiet bildete sich die Rote-Ruhr-Armee. Auch hier in Dortmund kommt es zu Kämpfen mit konterrevolutionären Truppen, in deren Verlauf am 17. März 12 Arbeiter ihr Leben verlieren. Ihrem Andenken gilt dieses Mahnmal.

Die Beerdigung fand am 20. März auf dem Nordfriedhof statt. Tausende von Menschen nahmen am Trauerzug teil. In seiner Trauerrede betonte der Vorsitzende der KPD Dortmund Adolf Meinberg die Wichtigkeit einer geeinten Arbeiterbewegung. Zitat: „Die Toten hier im Grabe gehören allen Parteirichtungen an. Der konterrevolutionäre Anschlag hat sie vereinigt und wie sie jetzt vereinigt im Grabe liegen, so muss es unter allen Umständen bleiben, so muss das Proletariat zusammenstehen. … Wer nicht will, dass Herrschaft und Unterdrückung, dass Gewalt das ausschlaggebende Moment der Menschheit ist, der hat diese letzten begeisterten Kämpfe mit zu führen, der hat sich auf die Seite des revolutionären Proletariats zu stellen.“ Zitat Ende.

Einige Worte zu diesem Gedenkstein: Nur wenige Denkmäler erinnern in Dortmund an die Zeit der Weimarer Republik, an die Zeit des Widerstandes gegen die nationale Rechte, an den Kampf der Arbeiterbewegung. Dieses Denkmal bildet dabei eine bemerkenswerte Ausnahme. Dieser Grab- und Gedenkstein erinnert an die 12 im aktiven Widerstand erschossenen Arbeiter und ist eines der wenigen Relikte, die die Zeit des Nationalsozialismus ungeschändet überstanden haben. In Auftrag gegeben wurde dieser Gedenkstein im Jahr 1929 von der Dortmunder KPD. Erstaunlich und überaus erfreulich ist die Tatsache, dass dieses Denkmal die Zeit des Nationalsozialismus, verborgen unter Sträuchern, überdauern konnte. Ein Zufall war das gewiss nicht. Die Lettern wurden nach 1945 in einer „Privataktion“ rot nachgrundiert. Es handelt sich hier um ein offizielles Denkmal der Stadt Dortmund, für das die DKP die Verantwortung übernommen hat. Es gilt, diesen Erinnerungsort zu bewahren und zu erhalten.





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