PM: Neonazis auch 2012: bewaffnet, gewaltbereit – und einfallslos

Kaum ist das neue Jahr angebrochen, trommelt erneut die Neonazi-Szene in Dortmund. Die rechte Szene fürchtet, dass ihnen ein Treffpunkt in der Dortmunder Weststadt genommen werden könnte. In der Rheinischen Straße 135 befindet sich ein Rückzugsraum der Rechten, mehrere Neonazis wohnen in dem Gebäude. Die Stadt, der das Gebäude gehört, will ihre rechten Mieter nun wohl loswerden. Ein jahrelanger Rechtsstreit um Eigenbedarf und Nutzungsrechten steht womöglich bevor.

Nazis in DortmundNeonazis sind bewaffnet
Auf der einschlägigen Dortmunder Neonaziwebseite „Infoportal Dortmund“ prangt ein Foto, auf dem bis zu 30 Neonazis vor dem Haus in der Rheinischen Straße posieren. Sie sind maskiert und teilweise mit Latten oder Knüppel bewaffnet. Mehrere Personen tragen zudem Schutzschilder, als hätten sie sich bereits auf Straßenkampf vorbereitet. Hinter der Gruppe hängt ein Banner mit der Aufschrift „R135 bleibt“, oberhalb Neonazis mit Reichsfahnen in den Farben Schwarz-Weiß-Rot.

Neonazis sind gewaltbereit
Für Azad Tarhan vom Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ ist das Bild ein deutliches Zeichen für die Gewaltbereitschaft der Rechten. „Die Ideologie der Neonazis basiert auf Rassismus, Vertreibung und Gewalt. Sie streben ‚völkisch reine’ Gebiete an, in denen Andersdenkende, Demokraten, Linke, Migrantinnen und Migranten keine Lebensberechtigung haben. Neonazis posieren nicht zum Spass mit Knüppeln und Latten“, so Tarhan.

Plakat Liebig14 verteidigenNeonazis sind einfallslos
Die Dortmunder Neonazis sind ebenso gefährlich wie einfallslos. Ihre Parole „R135 bleibt“ ist eine billige Kopie von Kampagnen linker Hausprojekte. Erst vor knapp einem Jahr machte die Räumung eines ehemals besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße („L14“) bundesweit Schlagzeilen.

Dazu Azad Tarhan von Dortmund stellt sich quer: „Nazis kopieren seit je her linkes Vokabular – die NSDAP hat es den heutigen Nazis bereits vorgemacht“. Mit Ideen von Gleichberechtigung, Frieden oder Solidarität habe dies jedoch wenig zu tun, so Tarhan.

„Die Nazis spielen sich als ‚rebellische Mieter’ auf, die für Jugendfreiräume eintreten. Ihr Plan ist jedoch die Etablierung eines legalen Nazi-Treffpunktes in City-Nähe mit Räumlichkeiten für Nazi-Konzerte, Schulungen in ‚Rassenkunde’ und sonstige Veranstaltungen“, so Tarhan weiter. „Ich bin gespannt ob der neue Polizeipräsident Norbert Wesseler seine Versprechung, er werde stärker gegen Rechtsextreme vorgehen, wahr macht und endlich ein Umdenken in der Dortmunder Polizeibehörde einleitet. Bisher hat die Behörde das Nazi-Problem Dortmunds schlichtweg ignoriert.“

„Dortmund stellt sich quer“ schlägt derweil eine ganze andere Nutzung der Räumlichkeiten in der Rheinischen Straße 135 vor: Dort könnte eine Beratungsstelle für Sinti/Roma einziehen. Es könnte ein internationales Sprachzentrum entstehen mit kostenlosen Kursen für MigrantInnen und für deutsche Muttersprachler (arabisch, türkisch, kurdisch, etc.) oder es öffnet eine Filiale des Vereins EXIT-Deutschland (Aussteigerprogramme für Neonazis). Die Möglichkeiten sind vielfältig – wir beraten gerne!


1 Antwort auf „PM: Neonazis auch 2012: bewaffnet, gewaltbereit – und einfallslos“


  1. 1 Administrator 28. März 2012 um 18:01 Uhr
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