Ermittlungen gegen Stadtrat der NPD

www.jungewelt.deDortmund: Neonazi soll sich an Randale rund um das Revier-Derby Dortmund-Schalke beteiligt haben. Artikel aus der Tageszeitung junge Welt vom 24.10.2012.
Die Polizei ermittelt gegen den Kreisvorsitzenden der NPD in Dortmund, Matthias Wächter, wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Neonazi ist einer von zwei Stadträten der NPD und Mitglied des Landesvorstandes seiner Partei. Er war bei den Ausschreitungen rund um das Revier-Derby Dortmund gegen Schalke am Samstag festgenommen worden.

Aus der etwa 200-Mann-starken Gruppe, in der er sich befand, sollen Bierbänke, Flaschen und Motorradhelme auf Schalker Fans geworfen worden sein. Unter den Randalierern befanden sich nach Polizeiangaben Angehörige der alten Dortmunder Hooliganszene, Zeugen berichteten von einer Beteiligung der rechtsradikalen Borussenfront. Bei den Auseinandersetzungen waren acht Polizisten verletzt worden, etwa 200 Randalierer wurden festgenommen.

Dortmund ist eine der Hochburgen militanter Neofaschisten. Neben Wächter sitzt Axel Thieme für die NPD seit der Wiederholung der Kommunalwahlen im September im Dortmunder Stadtrat. Thieme wurde im Februar 2011 wegen Körperverletzung verurteilt.

Das »Bündnis Dortmund gegen Rechts« fordert nach dem Verbot des »Nationalen Widerstands« vom August erst recht das Verbot der NPD. »Die Nazis und ihre Ideologie sind mit dem einmal ausgesprochenen Verbot nicht verschwunden. Schon jetzt wird deutlich, daß sie bei ihren Verbündeten, der NPD und ihrer Jugendorganisation JN, Unterschlupf suchen«, heißt es in einer Erklärung des Bündnisses. Zudem hätten ehemalige Mitglieder der verbotenen Kameradschaft einen NRW-Landesverband der neuen Partei Die Rechte des mehrfach vorbestraften Christian Worch gegründet. Dieser sei offenbar als Nachfolgeorganisation ihrer verbotenen Gruppen gedacht. Das antifaschistische Bündnis hat angekündigt, seine Unterschriftenkampagne für ein NPD-Verbot fortzusetzen und die Forderung gegebenenfalls auf die neugegründete Neonazipartei zu erweitern.





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