„Dortmund Nazifrei“ zu den Protesten am 28.3.2015

Dortmund Nazifrei! Bündnis demokratisches DortmundAm vergangenen Samstag gestaltete sich der Protest gegen den Naziaufmarsch anlässlich des 10. Todestages des von einem Neonazi ermordeten Thomas „Schmuddel“ Schulz wie eine Schatzsuche. Nur, dass es nicht um einen Schatz, sondern um einen braunen Haufen gewaltbereiter Antidemokrat*innen ging, den es zu finden galt.
Trotz der erfreulichen Tatsache, dass neben dem Bündnis Dortmund Nazifrei noch viele weitere Organisationen und Zusammenschlüsse zu verschiedensten Aktionen gegen den Aufmarsch der Rechten mobilisierten, waren organisierte Protestaktionen kaum möglich. „Wir vom Bündnis kritisieren das Vorgehen der Polizei, die Demonstrationsroute und den Veranstaltungsort des Konzerts durch die Partei „Die Rechte“ bis zum Schluss nicht bekannt zu geben, als zutiefst undemokratisch. Es ist nicht nur eine Zumutung für alle Anwohner*innen in betroffenen Gebieten, bis zum Schluss nicht zu wissen, dass bald vor ihrer Haustür der braune Mob tobt. Es nimmt auch allen Dortmunder*innen jegliche Möglichkeit, gewaltfrei gegen den Aufmarsch vorzugehen.“, sagt Jana Herrmann, Sprecherin von Dortmund Nazifrei.

Das Bündnis hatte dazu aufgerufen, sich am Samstagmorgen im Westpark zu versammeln, um von dort aus weiter zu ziehen und gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren. Zahlreiche Mitglieder der Mitgliedsorganisationen, die sich im Wesentlichen aus Parteien, Gewerkschaften und Jugendverbänden zusammensetzen, waren diesem Aufruf gefolgt. Bereits im Park erwarteten sie mehrere Mannschaftswagen der Polizei. Wegen der massiven Polizeipräsenz erreichten die Gruppen letztendlich nicht die Demoroute, die sich im Laufe des Vormittags durch Beobachtung des Stadtgeschehens erschließen ließ.

Statt der erwarteten 1000-2000 Nazis ließen sich am Wochenende lediglich 700 Personen aus dem rechten Spektrum blicken. Aber nicht nur Blockaden, auch Demonstrationen in Sicht- und Hörweite der Naziroute waren beinahe unmöglich.

„Wir halten es zudem für eine Fehlentscheidung, die Abschlussveranstaltung vor dem Westfalenstadion zuzulassen.“, erklärt Kathi Winter, ebenfalls Sprecherin. „Diesen Leuten darf solch eine Bühne nicht geboten werden.“

Auch im Umfeld des Fußballstadions wurden Demonstrant*innen, wenn nötig mit Hilfe von Platzverweisen, davon abgehalten zu protestieren.

Erfreulich bleibt jedoch, wie viele Menschen ihren Samstag geopfert haben, um auf die Straße zu gehen, den Opfern von rechten Gewalttaten zu gedenken, zu demonstrieren und bunt und vielfältig zu zeigen, dass Dortmund keinen Bock auf Nazis hat. Viele verschiedene Menschen haben auch unser Bündnis ganz selbstverständlich unterstützt.

Danke für eurer Engagement!

Quelle: Dortmund Nazifrei